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Flach geneigt und dicht gedeckt

Flach geneigt und dicht gedeckt

In der modernen Architektur spielen flach geneigte Dächer eine große Rolle. Ein neues System soll trotz kleinformatiger Dachbaustoffe für eine regensichere Ausführung sorgen.

flachDas Regelwerk des Dachdeckerhandwerks setzt grundsätzlich den Rahmen für die fachgerechte Ausführung von Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen. Als allgemein anerkannte Regel der Technik beruht das Regelwerk auf langer Erfahrung bei der Ausführung mit steil geneigten Dächern und hat sich bewährt. Durch neue Entwicklungen im Bereich der Dachbaustoffe und zusätzlichen Maßnahmen konnte ein System entwickelt werden, das den Einsatz von Dachsteinen sogar bei Dachneigungen ab 7 Grad ermöglicht.

Die Fachregeln für das Dachbauhandwerk sind bei der Planung und Ausführung von Ein- oder Umdeckungen von Dachflächen zu beachten. Dabei gilt aber auch, dass diese Fachregeln in zahlreichen Punkten relativ allgemein gehalten sind und keine spezifisch auf bestimmte Bauprodukte formulierten Anforderungen enthalten können. So ermöglichen die Fachregeln bei Einhaltung nach bisherigen Erkenntnissen für sogenannte Normalfälle die einwandfreie technische Ausführung.

Mit System abweichen

Ein Abweichen von den allgemein anerkannten Regeln der Technik ist unter bestimmten Bedingungen möglich. Sobald man sich außerhalb des allgemein anerkannten Standes der Technik bewegt, müssen Planer und der ausführende Betrieb den Nachweis erbringen, dass das Abweichen gerechtfertigt und die eingesetzte Lösung mindestens gleichwertig ist. In solch einem Fall gelten Herstellerverarbeitungsvorschriften sowie die Verlegeanleitungen vorrangig. Diese Abweichungen vom allgemein anerkannten Stand der Technik sind mit dem Auftraggeber zu vereinbaren.

Im Regelwerk sind wichtige Begrifflichkeiten wie Regensicherheit, regensichernde Zusatzmaßnahmen, Regeldachneigung und Mindestdachneigung genannt, die die Einsatzmöglichkeiten für herkömmliche Dachdeckungen beschreiben. Da diese Dachdeckungen aus zusammengesetzten Bestandteilen bestehen, beschreiben sie auch die sicheren Einsatzmöglichkeiten für die individuelle Zusammensetzung aus Dachdeckung eines Herstellers A sowie einer Zusatzmaßnahme eines anderen Herstellers B.

Was sagt das Regelwerk?

Als gängige Praxis ist nach dem Regelwerk beispielsweise die Regeldachneigung einer Dachdeckung als die Grenze definiert, bei der sie sich in der Praxis als ausreichend regensicher erwiesen hat. Außerdem werden sogenannte erhöhte Anforderungen beschrieben, die je nach Art und Umfang sowohl das geeignete Dachdeckungsmaterial wie die darauf abgestimmten regensichernden Zusatzmaßnahmen bestimmen.

Diese erhöhten Anforderungen ergeben sich nach der Fachregel aus der Unterschreitung der Regeldachneigung sowie aus weiteren erhöhten Anforderungen. Dies können beispielsweise stark gegliederte Dachflächen, besondere Dachformen oder große Sparrenlängen sein. Auch die Nutzung des Dachgeschosses zu Wohnzwecken sowie besondere klimatische Verhältnisse wie exponierte Lagen und extreme Standorte lösen regelmäßig entsprechende Zusatzmaßnahmen zur Deckung aus. Das Braas 7-Grad-Dach beschreibt dabei als eigenständiges Dachsystem einen eigenständigen Ansatz.

Als Basis für die langfristige Funktionssicherheit des neuen Dachsystems gilt, dass alle Bestandteile des Systems verpflichtend eingesetzt werden müssen. Das System besteht aus einer speziellen Dachdeckung mit der bekannten Langzeitgarantie sowie den verpflichtend einzusetzenden Bestandteilen für die Unterkonstruktion. Zum Nachweis des hohen Sicherheitsstandards sind umfangreiche Systemprüfungen des Herstellers durchgeführt worden. Auch die Erprobung unter extremen Bedingungen im unternehmenseigenen und Europas größten Windkanal für Dachbaustoffe stand vor der Freigabe des Systems.

Diese hohen Anforderungen an die Sicherheit des Systems verdeutlichen, warum das System nur mit den zugelassenen Systemkomponenten und nach den Vorgaben der Verlegeanleitung zu verarbeiten ist.

Wie ist das System aufgebaut?

Im Kern besteht das Dachsystem aus der speziellen Harzer Pfanne F+ mit einem Bedarf von etwa 8,2 Stück pro Quadratmeter sowie einer wasserundurchlässigen, dabei aber diffusionsoffenen Bahn Divoroll Top RU. Das System wird im Dachneigungsbereich von 7 bis 12 Grad Dachneigung eingesetzt und soll gute Voraussetzungen für eine dauerhaft trockene Dachkonstruktion bieten sowohl bezüglich Feuchtigkeit von außen wie aus dem Gebäudeinneren. Zunächst wird die Unterdeckbahn auf einer druckfesten Unterlage, zum Beispiel einer Schalung, verlegt. Die robuste, hoch dampfdiffusionsoffene Bahn (sd-Wert < 0,03 m) hat eine Doppelklebezone und wird im System mit der abgestimmten Dichtmasse sowie dem Anschlusskleber verarbeitet. An wesentlichen Anschlussstellen der regensichernden Zusatzmaßnahme sowie der Dachdeckung kommt ein systemeigenes Anschlussband zum Einsatz. Die spezielle Harzer Pfanne hat eine Regensperre und wird mit weiteren Formsteinen eingesetzt. Die im Überdeckungsbereich integrierte Regensperre funktioniert nachgewiesenermaßen auch bei geringen Dachneigungen und bietet auch unter widrigen Wetterbedingungen eine funktionssichere Außenhaut des Systems. Bei der Regensperre handelt es sich um ein Metallelement, das im Bereich der Höhenüberdeckung mit definierter Höhe dauerhaft dicht im Produktionsprozess eingebracht wird. Somit wird die Regensicherheit signifikant verbessert und der Regeneintrag zuverlässig verhindert.

Horst Pavel

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